Dominik Schreiber

Dominik is the software architect of Unified Rendering, a mature web-based UI-framework at SAP. He's a husband, dad of two, well-versed pianist/bassist, and christ follower in the leadership team of EFG Ludwigshafen.

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Dominik Schreiber

Dominik ist der Software Architekt von Unified Rendering, einem breit verwendeten, web-basierten UI-Framework von SAP. Er ist Ehemann, Vater zweier Kinder, freudiger Pianist/Bassist, und Christ im Leitungs-Team der EFG Ludwigshafen.

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Software Development

Creating and implementing architecture for high-quality software is my trade, but it is also my passion. Most blog posts showing up here will reflect my work as the architect of a web-based UI framework, with topics ranging from emerging web technologies over performance optimization techniques to debugging tips & tricks and programming languages (I'm a secret lover of lazy evaluation and the functional programming paradigm, so those might show up here – you have been warned!).

8 Performance Quick Tips

I've been following @davidwalshblog on twitter for the better half of a century now, and he just recently asked

Front-end devs that work a lot with performance and profiling:

Are there any quick tips you can give fellow developers to help them improve performance in their web apps?

(@davidwalshblog on 2020-03-23)

That got me thinking, and I came up with 8 quick tips on how to improve performance of web apps (which very nicely fit into two tweets):

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8 Performance Quick Tips

I've been following @davidwalshblog on twitter for the better half of a century now, and he just recently asked

Front-end devs that work a lot with performance and profiling:

Are there any quick tips you can give fellow developers to help them improve performance in their web apps?

(@davidwalsh on 2020-03-23)

That got me thinking, and I came up with 8 quick tips on how to improve performance of web apps (which very nicely fit into two tweets):

  1. Avoid forced reflows. I.e. get everything then set everything (offsetHeight, style etc.).
  2. DOM nesting depth and nr of nodes matters. Keep it small.
  3. <input> is 100× slower than <span>. Use with caution (e.g. in a large editable table use span first and swap to input on focus).
  4. CSS selectors can be fast and slow. Avoid * and [], use classes.
  5. Use idleCallbacks.
  6. Cache results on all levels.
  7. Measure, measure, measure.
  8. Measuring itself costs. Know Heisenberg?
  9. Don't bash yourself. The fact that you are caring about performance is the first good thing!

I'll probably put every one of them (and a lot more) in dedicated blog posts, but for now this list can be seen as the result of me dealing with all kinds of performance problems in the browser in the last years.

I wasn't even able to bring the best quote I have regarding performance. So I'll just leave it here:

Each architectural problem can be solved by adding a layer of abstraction.

And each performance problem can be solved by removing a layer of abstraction.

(Source: unknown)

Predigten

Vorbereitung und Eingreifen

Bibelarbeit vom 16.3.20 fĂŒr die Gemeindeleitungssitzung der EFG Ludwigshafen

Die Pferde sind bereit zur Schlacht, doch der Sieg gehört dem Herrn. (Spr 21,31)

Das ist eine der vielen Weisheiten Salomos, in der ein Prinzip des Reiches Gottes deutlich wird, das in der Situation, in der wir uns befinden, besonders ins Gewicht fÀllt:

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Stell dich deinen Emotionen

Predigt vom 16.2.20 in der EFG Ludwigshafen

Mein Anliegen heute ist, dir eine Sache besonders deutlich zu machen: der große Gott, der AllmĂ€chtige, der liebende Vater möchte dir in schweren Emotionen in einer Weise begegnen, die sonst nicht greifbar wĂ€re. Deshalb kannst du dich, gemeinsam mit ihm, auch solchen Emotionen stellen, anstatt sie unter den Tisch zu kehren. Gott möchte dich in Emotionen begleiten, du darfst an seiner Hand daran wachsen.

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Wenn Jesus kommt

Predigt vom 24.12.19 in der EFG Ludwigshafen

Heute ist Heilig Abend.

Ich will dich heute dahin mitnehmen, was Weihnachten eigentlich ist, dass diese Dinge nur eine Randerscheinung des grĂ¶ĂŸten Ereignisses der Menschheitsgeschichte sind.

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Wer auf Jesus wartet

Predigt vom 22.12.19 in der EFG Ludwigshafen

Ich möchte heute mit euch

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Ältesten-/Diakonenamt und Einflussname der Urgemeinde

Bibelarbeit vom 3.12.19 fĂŒr die Gemeindeleitungssitzung der EFG Ludwigshafen

Zwei der Hausaufgaben-Fragen von JĂŒrgen haben eher den Charakter einer Bibelarbeit: “Wie hat christliche Gemeinde frĂŒher Einfluss auf die Menschen gehabt?” und “Aufgaben und Verantwortung von Ältesten und Diakonen”. Diesen beiden Fragen möchte ich mich mit der heutigen Andacht widmen. SpĂ€ter werden wir gemeinsam auf JĂŒrgens Fragen zur Bestandsaufnahme und zur Vision eingehen.

In einer Viertelstunde kann ich die Fragen definitiv nicht umfassend beantworten. Aber ich hoffe ich kann einen Eindruck von der damaligen Zeit, den damaligen Gegebenheiten und den daraus fĂŒr uns folgenden Anregungen schaffen.

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Gebet in göttlicher AutoritÀt

Predigt vom 29.9.19 in der EFG Ludwigshafen

Ich möchte heute mit euch herleiten, dass wir durch Jesus Christus eine neue Schöpfung sind, die endlich der ursprĂŒnglichen Bestimmung der Menschheit – göttliche AutoritĂ€t ĂŒber die Schöpfung ausĂŒben – nachkommen kann. Ich möchte euch zeigen, wie diese Erkenntnis unser Leben, und insbesondere unser Gebetsleben verĂ€ndert: wir sind nicht lĂ€nger Bittsteller, bleiben nicht in einer Position des Bittens stecken, sondern sind mit göttlicher AutoritĂ€t ausgestattet, seinen Willen zu erkennen, ihn schöpferisch auszusprechen, und in seiner AutoritĂ€t auszuĂŒben. Und wir beten, bis wir seinen Willen Wirklichkeit werden sehen.

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Vorbereitung und Eingreifen

Bibelarbeit vom 16.3.20 fĂŒr die Gemeindeleitungssitzung der EFG Ludwigshafen

Die Pferde sind bereit zur Schlacht, doch der Sieg gehört dem Herrn. (Spr 21,31)

Das ist eine der vielen Weisheiten Salomos, in der ein Prinzip des Reiches Gottes deutlich wird, das in der Situation, in der wir uns befinden, besonders ins Gewicht fÀllt:

Hier wird einerseits unsere Rolle sehr deutlich, aber auch andererseits die Rolle Gottes, und wie beide zusammenhÀngen, und das alles sollten wir uns nÀher anschauen.

Unsere Rolle: Vorbereitet

Die Pferde sind nicht zufÀllig bereit zur Schlacht. Es erfordert einiges an Vorbereitung:

Vergleiche ich diese Vorbereitung mit dem, wie ich auf die COVID-19-Pandemie vorbereitet war muss ich sagen: ich habe meinen Teil des Prinzips, wie im Reich Gottes Schlachten gewonnen werden, nicht erfĂŒllt:

Ich habe dabei immer wieder an eine Szene einer amerikanischen Krimi-Serie vor Augen: “Criminal Minds”. Ein Team aus Psychologen, Profilern und Kriminologen verfolgt Serienmörder in ganz USA. Als sie einen Anthrax-Angriff aufklĂ€ren und im Team Angst vor einer eigenen Infektion aufkommt sagt Aaron Hotchner, der Teamchef, kalt und endgĂŒltig “We knew this could happen, we’ve done our homework, we’ve prepared for this. This is it!” (Criminal Minds Season 4 Episode 24 “Amplification”).

Das ist nicht wie ich auf COVID-19 vorbereitet war, aber wie ein Pferd auf die Schlacht vorbereitet wird.

Und das ist, denke ich, unsere Verantwortung, unser Teil in der Schlacht: die Zeichen der Zeit erkennen und vorbereitet sein. Gedanklich immer einen Schritt voraus.

Gottes Rolle: MĂ€chtiges Eingreifen

Spannend ist Gottes Rolle: “doch der Sieg gehört dem Herrn.”

Es ist nicht die gute Vorbereitung, nicht die Schlachtrösser, die den Sieg erringen. Der Sieg gehört dem Herrn. Und es zeigt sich immer wieder, dass Gott den Sieg in einer Weise erringt, die es völlig offensichtlich macht, dass nur Gott den Sieg errungen haben kann:

Scheinbar hĂ€ngt Gottes Sieg nicht von der Vorbereitung der Menschen ab. Gott handelt ĂŒberirdisch und mĂ€chtig. Keine menschliche Vorbereitung könnte das vollbringen. So hat Gott in der Vergangenheit gehandelt. Und so wird Jesus, der derselbe ist gestern, heute und in Ewigkeit (Hebr 13,8), auch heute handeln.

Das Zusammenspiel: Gott ehrt Vorbereitung durch sein Eingreifen

Aber heißt das, dass wir uns nicht vorbereiten brauchen? Immerhin ist Gottes Eingreifen ĂŒberirdisch und mĂ€chtig, und alle Vorbereitung unnĂŒtz.

Der Vers im Ganzen heißt ja

Die Pferde sind bereit zur Schlacht, doch der Sieg gehört dem Herrn. (Spr 21,31)

Es gehört also beides dazu:

Mit unserer Vorbereitung, und mit dem demĂŒtigen Wissen, dass diese Vorbereitung nicht zum Sieg fĂŒhrt, zeigen wir, dass wir unser Vertrauen ganz auf Gott setzen. Und dass das nicht nur eine “faule Ausrede fĂŒr Nichtstun” ist.

Dazu fand ich Jesaja 44,26 sehr ermutigend:

Ich bin es, der das Wort bestĂ€tigt, das sein Diener spricht; der den Plan ausfĂŒhrt, den seine Boten verkĂŒnden: der von Jerusalem sagt: “Es werde bewohnt!” und von den StĂ€dten Judas: “Sie werden wieder aufgebaut! Eure TrĂŒmmer richte ich auf!” (Jes 44,26)

Ich verstehe, dass ein Diener und ein Bote nur das weitergibt, was er gesagt bekommt, aber es zeigt doch, was fĂŒr eine Macht darin steckt, wenn wir das aussprechen, was Gott uns zusagt: Er bestĂ€tigt sein Wort. Er fĂŒhrt den verkĂŒndeten Plan aus.

Fazit

Was will ich also sagen?

Unsere Vorbereitung ist immens wichtig. Wir mĂŒssen am Puls der Zeit sein:

Und das umsetzen.

Aber wir dĂŒrfen nicht einen Augenblick glauben, dass diese Vorbereitung direkten Einfluss auf den Sieg in der Schlacht hĂ€tte. “Der Sieg gehört dem Herrn.”

Stell dich deinen Emotionen

Predigt vom 16.2.20 in der EFG Ludwigshafen

Anhören auf efg-ludwigshafen.de

Mein Anliegen heute ist, dir eine Sache besonders deutlich zu machen: der große Gott, der AllmĂ€chtige, der liebende Vater möchte dir in schweren Emotionen in einer Weise begegnen, die sonst nicht greifbar wĂ€re. Deshalb kannst du dich, gemeinsam mit ihm, auch solchen Emotionen stellen, anstatt sie unter den Tisch zu kehren. Gott möchte dich in Emotionen begleiten, du darfst an seiner Hand daran wachsen.

RĂŒckblick

Eine kurze Einordnung, wie wir genau heute auf dieses Thema zu sprechen kommen:

Wir sind mitten drin in der Predigtreihe “#jesusfolger”. Gerade haben wir uns fĂŒr zwei tolle Predigten ĂŒber “Dankbarkeit” und die Frage “Warum bin ich gerne Christ?” aus der Predigtreihe ausgeklinkt, aber jetzt tauchen wir mit zwei weiteren Predigten zum Thema Leben mit Jesus, JĂŒngerschaft, wieder voll ein.

SEIN JĂŒnger sein

Begonnen haben wir mit der Predigt “SEIN JĂŒnger sein”, in der Thomas Weber der Frage nachgegangen ist, was eigentlich ein JĂŒnger ist. Sein Fazit war, dass JĂŒnger Jesu zu sein heißt, Christ zu sein. Daraus folgten fĂŒnf Beobachtungen:

Der JĂŒnger und sein Meister

Darauf aufbauend dachte Hans-Erhard Wilms unter dem Titel “Der JĂŒnger und sein Meister” mit uns ĂŒber die Beziehung nach, die ein Christ mit Jesus, seinem Meister, lebt. Diese Beziehung ist von Jesus geprĂ€gt: Er verzichtet dreifach:

Durch ihn können und sollen wir ihn widerspiegeln. Nachfolge Jesu geht nicht ohne Selbstverleugnung, weil auch Jesus sich selbst verleugnet hat. Dabei war Jesus frei von Empfindlichkeiten wie Eifersucht und Neid, und er spricht uns die Einladung aus, Bitterkeit durch Gnade zu ĂŒberwinden.

Soweit als ganz kurzen RĂŒckblick. Wenn du eine dieser Predigten verpasst hast lege ich dir unsere Homepage www.efg-ludwigshafen.de sehr ans Herz: dort kannst du die Predigten nachhören.

Motivation

Nun zu heute: “Stell dich deinen Emotionen” ist die Aufforderung, einen großen Teil deines Lebens nicht auszuklammern und zu unterdrĂŒcken, sondern Gott gerade dort zu begegnen, wo du selbst dich nur ungern aufhĂ€ltst: in schwer auszuhaltenden GefĂŒhlen und Emotionen, die du nur allzu leicht unterdrĂŒckst. Das Leben eines JĂŒngers, eines Jesusfolgers, blĂŒht gerade dann auf, wenn er allen Bereichen, auch den unangenehmen, Seite an Seite mit Jesus Christus begegnet.

Risikogruppe: Deutsch

Wir Deutsche sind besonders gut darin, keine Emotionen zuzulassen. Außer beim Fußball: da darf gejubelt, gesungen, geschrien, gefeiert und geweint werden.

Aber ĂŒberall sonst haben wir einen weltweit bekannten Ruf: wir denken rational, entscheiden niemals aus dem Bauch heraus, sind pĂŒnktlich und genau. Deswegen bauen wir Autos, Kraftwerke und BrĂŒcken in der ganzen Welt. Feiern und Trauern ĂŒberlassen wir lieber den anderen, wir ruhen ganz in uns selbst.

Risikogruppe: MĂ€nner

Wir MĂ€nner sind da doppelt gut drin:

Schatz, wie gehts dir? Hm. Wie war dein Tag? Hm. Also mir haben sie heute im BĂŒro so ĂŒbel mitgespielt, da geh ich keinen Tag mehr hin. Hm. Schatz, sag doch auch mal was. Hm. Magst n Bier? Hmmm.

Wer kennt nicht solche Dialoge? Als Mann hat man’s auch wirklich nicht leicht. Als wĂ€r’s nicht schwer genug, drei gerade SĂ€tze auf der Arbeit raus zu bringen, will die Frau dann auch noch reden. Über GefĂŒhle. Kenn ick: Hunger, Durst, MĂŒde. Alles andere ist anstrengend.

NatĂŒrlich ĂŒberzeichne ich hier, und sicher geht es vielen Frauen Ă€hnlich, aber macht es das besser?

Risikogruppe: ich

Dass ich hier vorne stehe und zum Thema Emotionen predige heißt sicher nicht, dass ich dir in irgen- detwas auch nur einen einzigen Schritt voraus wĂ€re. Der Umgang mit Emotionen, wie Nachfolge Jesu generell, ist ein lebenslanger Lernprozess, und wenn jemand den Eindruck macht er hĂ€tte hier die Weisheit mit Löffeln gefressen, rate ich dir, besonders detailiert zu prĂŒfen.

Ich bin weit davon entfernt, meine Emotionen angemessen auszudrĂŒcken, ihnen den passenden Platz einzurĂ€umen, sie zuzulassen ohne mich von ihnen leiten zu lassen.

Aber ich weiß und habe erfahren, dass Jesus mich mit meinen Emotionen nicht allein lĂ€sst, und darĂŒber möchte ich heute mit dir reden. Ich möchte dir zwei Personen aus der Bibel vorstellen: Petrus, einen der engsten JĂŒnger Jesu, und Elia, einen der grĂ¶ĂŸten Propheten aus dem alten Testament.

Jesus, der sich ĂŒber alles nach NĂ€he mit dir sehnt, möchte dich, wie die beiden, mitnehmen auf den Weg, deine Emotionen kennen zu lernen, und ihn darin zu erleben.

Am Ende werde ich Zettel mit den wichtigsten Bibelstellen der Predigt durch die Reihen gehen lassen. An vielen Stellen schildere ich nur kurz eine Begebenheit und lade dich herzlich ein, zu Hause noch mal in den Stellen zu schmökern: die Abschnitte davor und danach, oder Parallelstellen und Kommentare, die du vielleicht in deiner Bibel stehen hast. Vielleicht wollt ihr auch in eurem nĂ€chsten Hauskreis ĂŒber Petrus und Elia nachdenken, dann habt ihr hier einen guten Ausgangspunkt.

Petrus: vom kurzentschlossenen Simon zum unverrĂŒckbaren Fels

Es fĂ€llt schwer, die Berichte vom Wirken Jesu zu lesen, ohne immer wieder auf eine herausragende Person der Kirchengeschichte aufmerksam gemacht zu werden: Schim’on bar Jona (MT 16,17), einen Fischer am See Genezareth. Jesus nennt ihn spĂ€ter den “Fels, auf den er seine Gemeinde bauen wird” (MT 16,18), hebrĂ€isch “Kephas”, griechisch “Petrus”.

Mit ihm geschehen die grĂ¶ĂŸten “Aha-Momente” der Evangelien:

Wenn man eins sagen kann, dann, dass Petrus sein Herz auf der Zunge trÀgt und keine Sekunde zögert, seinen Emotionen Worte zu verschaffen, und nach ihnen zu handeln.

Mit ihm geschehen aber auch die grĂ¶ĂŸten TiefschlĂ€ge der Evangelien, aus genau dem gleichen Grund:

Auch hier ist Petrus langsam zum Hören, dafĂŒr schnell zum Reden und schnell zum Zorn (Jak 1,19 abgewandelt).

Ist es nicht interessant, dass Jesus aus allen Menschen gerade Schim’on bar Jona, einen emotional aufgeladenen, ungebildeten Fischer auswĂ€hlt, um seine Gemeinde auf ihn zu bauen? Erinner dich daran, wenn du das nĂ€chste Mal schlecht von dir denkst: Jesus liebt nicht Perfektion, er liebt Hingabe. Du musst vor ihm nicht perfekt sein, aber du musst dich ihm hingeben. Das heißt es, JĂŒnger zu sein: von ganzem Herzen, mit jeder Faser deines Körpers, auf Jesus ausgerichtet sein. Die Frucht des Heiligen Geistes (Gal 5,22-23), die guten Eigenschaften, die du an dir vielleicht vermisst, kommt dann von ganz alleine (JH 15,5).

Und es ist interessant, dass Jesus mit Petrus nicht beim emotional aufgeladenen Fischer stehen bleibt, sondern ihn liebevoll zu dem Fels formt, auf den er seine Gemeinde bauen will. Die dreifache Verleugnung im Hof des Hohenpriesters greift Jesus in seiner letzten Begegnung mit Petrus und den JĂŒngern auf, indem er Petrus dreimal nach seiner Liebe fragt (JH 21,15-17):

Als sie gegessen hatten, sagte Jesus zu Simon Petrus: “Simon, Sohn des Johannes, liebst du mich mehr als irgendein anderer hier?” Petrus gab ihm zur Antwort: “Ja, Herr, du weißt, dass ich dich lieb habe.” Darauf sagte Jesus zu ihm: “Sorge fĂŒr meine LĂ€mmer!” Jesus fragte ihn ein zweites Mal: “Simon, Sohn des Johannes, liebst du mich?” Petrus antwortete: “Ja, Herr, du weißt, dass ich dich lieb habe.” Da sagte Jesus zu ihm: “HĂŒte meine Schafe!” Jesus fragte ihn ein drittes Mal: “Simon, Sohn des Johannes, hast du mich lieb?” Petrus wurde traurig, weil Jesus ihn nun schon zum dritten Mal fragte: “Hast du mich lieb?” – “Herr, du weißt alles”, erwiderte er. “Du weißt, dass ich dich lieb habe.” Darauf sagte Jesus zu ihm: “Sorge fĂŒr meine Schafe!” (JH 21,15-17)

Diese Stelle ist einer eigenen Predigt wĂŒrdig. Ich möchte heute eins herausstellen: Petrus hatte schon mit seinem Leben als JĂŒnger abgeschlossen, und wollte wieder Fischen gehen (V.3).

Jesus holt ihn ohne Verurteilungen in seinem Schmerz ĂŒber sein Versagen und in seinem SelbstvorwĂŒrfen ab, und baut stĂŒckweise Petrus’ Vertrauen in sich, seinen Auftrag und die ihm verliehene AutoritĂ€t wieder auf. Und es geht direkt weiter:

“Ich möchte dir etwas sagen: Als du noch jung warst, hast du dir den GĂŒrtel selbst umgebunden und bist gegangen, wohin du wolltest. Doch wenn du einmal alt bist, wirst du deine HĂ€nde ausstrecken, und ein anderer wird dir den GĂŒrtel umbinden und dich dahin fĂŒhren, wo du nicht hingehen willst.” Jesus deutete damit an, auf welche Weise Petrus sterben wĂŒrde und dass durch seinen Tod die Herrlichkeit Gottes offenbart wĂŒrde. Er schloss, indem er sagte: “Folge mir nach!” (V.18-19)

Im ersten Moment klingt das sehr hart: “Ein anderer wird dir den GĂŒrtel umbinden und dich dahin fĂŒhren, wo du nicht hingehen willst.” Aber ich glaube gerade damit tut Jesus Petrus den grĂ¶ĂŸten seelsorgerlichen Dienst: Petrus wird die Chance bekommen, die Schmach, Jesus verleugnet zu haben, den Schwanz eingezogen zu haben, nicht fĂŒr seinen Freund dagewesen zu sein, abzuwischen. So hart das klingen mag, ist es fĂŒr Petrus die grĂ¶ĂŸte Erlösung, nicht auf ewig “der Versager” zu sein.

Dann endet alles, wie es angefangen hat: “Folge mir nach!” (MT 4,18-20) fordert Jesus Petrus auf. Das ist nach allen Hochs und Tiefs das, was bleibt: ein Leben in Beziehung mit Jesus, in dem Petrus seinen Meister Dinge tun sieht und sie dann auch tut, in dem Petrus so viel Zeit mit seinem Meister verbringt, dass er wird wie er.

Das ist auch Jesu Aufforderung an dich: “Folge mir nach!” Nichts, was du getan hast, nichts, was du nicht getan hast, nichts was man dir angetan hat, nichts, was man dir nicht getan hat, könnte grĂ¶ĂŸer sein als die Liebe Jesu zu dir. Wenn Jesus so liebevoll und einfĂŒhlsam mit diesem Petrus umgeht, der ihn verleugnet, missachtet und abgeschrieben hat, will er erst recht liebevoll und einfĂŒhlsam mit deiner Situation umgehen. Du sollst nicht darin bleiben, das war auch nicht Jesu Ziel mit Petrus, sondern du darfst aus allem ausbrechen, was dich an Taten, Überzeugungen und Gedanken belastet, und darfst ganz frei Jesus, deinem liebenden Meister nachfolgen.

Bei Petrus endet es nicht mit dem “Folge mir nach!”. Petrus wird tatsĂ€chlich der Fels, auf den die Gemeinde gebaut ist:

Ich wĂŒnsche dir sicher nicht den MĂ€rtyrertod – wobei: vielleicht doch? – aber ich will dir Mut machen: auch bei dir wird es nicht bei der Aufforderung “Folge mir nach!” bleiben. Auch du wirst erleben, wie Jesus liebevoll in dein Leben eingreift, es auf das Reich Gottes ausrichtet, und die Frucht des Heiligen Geistes,

ganz nebenbei Einzug in dein Leben hÀlt, weil du Beziehung mit Jesus Christus lebst.

Elia: Himmelhoch jauchzend – zu Tode betrĂŒbt

Ich will dir noch eine zweite Persönlichkeit vorstellen: Elia, aus Tischbe in Gilead. Den Propheten des Alten Testaments. Ich möchte seine Geschichte erzĂ€hlen, und ermutige dich sehr, dir heute Nachmittag einen Kaffee zu machen, dir eine Bibel zu schnappen, dich in einen Sessel fallen zu lassen, und die drei Kapitel zu lesen, die ich jetzt nur nacherzĂ€hle. Wenn du schon dabei bist, lies noch mehr, denn da ist es gerade richtig spannend. Und Elias SchĂŒler Elischa, der dann in den nĂ€chsten Kapitel mit auftritt, ist meine persönliche Lieblingsperson in der Bibel, es ist einfach spannend, zu sehen was in dieser Zeit passiert ist. Besser als jeder Krimi. Ich werde in 1. Könige 17 anfangen und die Moral von der Geschicht aus Kapitel 19 ziehen. Das ist fĂŒr dich zum Schmökern ein guter Start.

Eine kurze Beschreibung des Drumherum: die Israeliten sind vor 600 Jahren mit Mose aus Ägypten ausgezogen, hatten von Gott eingesetzte AnfĂŒhrer, die Richter, und erbeten sich dann von Gott einen König. Saul, David und Salomo herrschen als Könige ĂŒber das gesamte Reich, dann stĂŒrzt Israel in einen BĂŒrgerkrieg und teilt sich in das Nordreich Israel und das SĂŒdreich Juda. Die Könige von Nord- und SĂŒdreich ĂŒbertreffen sich bis auf wenige Ausnahmen darin, von Gott abzufallen und die Kulte der umliegenden Völker zu ĂŒbernehmen. Gott schickt immer wieder Propheten, um sein Wort weiterzugeben. (siehe https://biblehub.com/timeline/)

Gerade ist Ahab König ĂŒber das Nordreich Israel, und er treibt es schlimmer als alle Könige vor ihm. Er wird nur ĂŒbertroffen von seiner Frau, Isebel, die mit ihm einen Kult der grausamsten Götzenanbetung in Israel etabliert (1.Kön 16,29-34).

Elia, der Prophet Gottes, prophezeiht eine mehrjĂ€hrige DĂŒrre, die prompt eintrifft. Bei uns ist es im Sommer auch mal heiß, aber eine DĂŒrre, ĂŒber mehrere Jahre, war und ist fĂŒr ein ganzes Volk lebensbedrohlich: die Ernte geht ein, Essen wird knapp, Tiere und Menschen verdursten, das Leben kommt zum Erliegen. In dieser Zeit wird Elia von Gott versorgt: erst durch Raben, die ihm Brot und Fleisch bringen (1.Kön 17,1-6), spĂ€ter durch eine Witwe und ihren Sohn mit einem durch Gott nie leer werdenden Topf Mehl und Krug Öl, bei denen Elia unterkommt (V.8-16). Der Junge stirbt, und auf Elias Gebet hin erweckt Gott ihn wieder zum Leben (V.17-23).

Im dritten Jahr der DĂŒrre schickt Gott Elia zu Ahab. Isebel hat inzwischen alle Propheten Gottes umbringen lassen, aber Obadja, der glĂ€ubige Palastvorsteher, konnte 100 Propheten verstecken und retten. Elia trifft Ahab, hĂ€lt ihm seinen Götzendienst vor, und lĂ€dt das gesamte Volk und die Baalspriester auf den Berg Karmel. Dort soll sich ein fĂŒr allemal der wahre Gott zeigen: Jahwe oder Baal. Elia tritt allein und furchtlos vor die Menschenmenge, den 450 Propheten des Götzen entgegen (1.Kön 18,1-24).

Elia stellte sich vor das Volk und sagte: “Wie lange wollt ihr noch hin- und herschwanken? Wenn der Herr Gott ist, folgt ihm! Wenn aber Baal Gott ist, dann folgt ihm!” Doch das Volk schwieg. Da sagte Elia zu ihnen: “Ich bin als einziger Prophet des Herrn ĂŒbrig geblieben, Baal dagegen hat 450 Propheten. Holt zwei Stiere. Die Propheten Baals sollen sich einen aussuchen, ihn in StĂŒcke zerschneiden und auf das Holz legen, doch ohne es anzuzĂŒnden. Ich werde den anderen Stier vorbereiten und auf das Holz legen, es aber ebenfalls nicht anzĂŒnden. Dann ruft ihr den Namen eures Gottes an, und ich werde den Namen des Herrn anrufen. Der Gott, der mit Feuer antwortet, ist der wahre Gott!” Und das Volk antwortete: “Das ist gut.” (V.21-24)

Dieses Gottesurteil geht aus, wie es nur ausgehen kann: beim Opfer der Baalspropheten passiert den ganzen Tag nichts. Elia beginnt sogar, die Propheten zu verspotten. SpÀter ruft Elia Gott an, und der antwortet mit Feuer vom Himmel. Damit ist Gott klar als der wahre Gott bezeugt, das Volk wirft sich vor ihm nieder, und Elia lÀsst alle Baalspropheten töten (V.25-40).

Zuletzt bittet Elia Gott um Regen, und nach der dreijĂ€hrigen DĂŒrre regnet es noch am selben Tag. Elia wird dabei so von der Kraft des Herrn ergriffen, dass er die 30 Kilometer vom Berg Karmel zur Hauptstadt Jesreel schneller lĂ€uft als Ahab sie mit dem Wagen fĂ€hrt (V.41-46).

Ich erzÀhle die ganze Geschichte um eins deutlich zu machen: Elia war der Prophet:

Als Jesus mit Petrus, Jakobus und Johannes auf dem Berg der VerklĂ€rung ist, sind mit ihm Mose und 
 Elia (MT 17,1-8). Elia ist zusammen mit Henoch, einem der UrvĂ€ter der Menschheitsgeschichte, der einzige Mensch, der ohne zu sterben in den Himmel aufgenommen wurde (2.Kön 2,11, Hebr 11,5).

Halte dir das fĂŒr die nĂ€chsten Verse vor Augen:

Ahab erzĂ€hlte Isebel alles, was Elia getan hatte und wie er alle Baalspropheten mit dem Schwert getötet hatte. Daraufhin schickte Isebel einen Boten zu Elia und ließ ihm ausrichten: “Die Götter sollen auch mich töten, wenn ich nicht morgen um diese Zeit das Gleiche mit dir tue, wie du es mit ihnen gemacht hast.” Da bekam Elia Angst und floh um sein Leben. Er ging nach Beerscheba in Juda; dort ließ er seinen Diener zurĂŒck. Er aber ging allein eine Tagesstrecke weit in die WĂŒste. Schließlich sank er unter einem Ginsterstrauch nieder, der dort stand, und wollte nur noch sterben. “Ich habe genug, Herr”, sagte er. “Nimm mein Leben, denn ich bin nicht besser als meine Vorfahren.” Dann legte er sich hin und schlief unter einem Strauch ein. (1.Kön 19,1-5a)

Gerade noch in den höchsten Höhen, voller Adrenalin, von Gott getragen, das Volk auf seiner Seite, macht Elia eine Drohung von Isebel, die gerade allen RĂŒckhalt im Volk verloren hat, deren Propheten gerade alle getötet wurden, beinahe depressiv.

Kennst du das auch? Gerade noch lĂ€uft alles rund, du hast das Leben im Griff, Gott tut große Dinge, ihr seid euch ganz nah. Und dann: ein Schlag, ein Kommentar, ein Gedanke, der sich heimlich einnistet. Das nagt so sehr an dir, dass alles, was gerade noch herausragendes passiert ist, jetzt jede Bedeutung verloren hat, und nur noch dieses falsche FlĂŒstern Raum hat? Ich kenne das.

Deswegen sage ich dir und mir: Gott lĂ€sst uns in diesen SchlĂ€gen nicht allein. Gerade da will er dir und mir nahe kommen. In diesen Situationen geht das in einer Weise, wie es in meinen HöhenflĂŒgen nicht möglich wĂ€re. Schau, wie Gott Elia begegnet:

Doch plötzlich berĂŒhrte ihn ein Engel und sagte zu ihm: “Steh auf und iss!” (V.5b)

Ich behaupte: wenn wir das machen wĂŒrden, “Steh auf und iss!”, wĂ€ren viele Probleme gleich halb so groß. Sowohl im wörtlichen Sinne, denn Aufstehen ist gesund und essen hebt den Blutzuckerspiegel. Aber noch mehr im göttlichen Sinne: “steh auf” aus deinen Gedanken, schieb sie von dir weg, hör auf, schlecht von dir zu denken. Denn wenn du das tust verbĂŒndest du dich mit dem AnklĂ€ger, dem Teufel, der rund um die Uhr Schlechtes ĂŒber dich vor Gott vortrĂ€gt (Offb 12,10). “Iss” stattdessen die Gedanken Gottes ĂŒber dich. Halte dir seine Zusagen stĂ€ndig vor Augen (Ps 119,97), sprich mit ihm wie ein Kind mit seinem Vater spricht (MT 6,9-13), forsche in der Bibel. Er hat gute Gedanken ĂŒber dich:

Denn ich weiß wohl, was ich fĂŒr Gedanken ĂŒber euch habe, spricht der HERR: Gedanken des Friedens und nicht des Leides, dass ich euch gebe Zukunft und Hoffnung. (Jer 29,11)

Bei Elia bleibt es nicht beim “Steh auf und iss!”. Gott ruft Elia zum Berg Horeb und fragt “Was tust du hier, Elia?”. Elia klagt:

Elia antwortete: “Ich habe dem Herrn, Gott, dem AllmĂ€chtigen, von ganzem Herzen gedient. Denn die Israeliten haben ihren Bund mit dir gebrochen, deine AltĂ€re niedergerissen und deine Propheten getötet. Ich allein bin ĂŒbrig geblieben, und jetzt wollen sie auch mich umbringen.” (1.Kön 19,10)

Gott hört sich die Klage Elias an, und geht dann selbst an Elia vorbei. Nicht im Sturm, nicht im Erdbeben, nicht im Feuer. Sondern im leisen SĂ€useln kommt er zu Elia. Und fragt erneut: “Was tust du hier, Elia?” Elia bringt seine Klage erneut vor, und Gott geht auf wundervolle Weise darauf ein: er gibt Elia den klaren Auftrag, in allen Bereichen seine Nachfolge zu regeln.

Da sprach der Herr zu ihm: “Geh zurĂŒck auf dem Weg, den du gekommen bist, durch die WĂŒste nach Damaskus. Wenn du dort bist, salbe HasaĂ«l zum König von Aram. Dann salbe Jehu, den Sohn Nimschis, zum König von Israel, und salbe Elisa, den Sohn Schafats aus Abel-Mehola, an deiner Stelle zum Propheten. Wer HasaĂ«l entkommt, den wird Jehu töten, und wer Jehu entkommt, den wird Elisa umbringen! Doch 7.000 Menschen in Israel will ich verschonen: alle, die sich nie vor Baal niedergeworfen und ihn gekĂŒsst haben.” (V.15-18)

Gott ist sehr klar in seinem Auftrag. Und der deckt alle Bereiche von Elias Leben ab. Mehr noch: er greift Elias “ich bin ja so allein” direkt auf. Gott hat nĂ€mlich nicht nur die 100 Propheten in Obadjas Versteck bewahrt, sondern insgesamt 7.000 Menschen, die sich nicht den Götzen zugewendet haben. Von denen hat Elia nichts gewusst. Aber Gott hat ihn niemals allein gelassen.

Diese Gottesbegegnung, im leisen SÀuseln mit Gott zu reden, hÀtte Elia niemals gehabt, wenn er nach dem Gottesurteil am Karmel Isebel selbstbewusst ins Gesicht gelacht hÀtte. Diesen Auftrag, der sein restliches Leben regelt, hÀtte er nicht bekommen, wenn er vorschnell aufgegeben hÀtte. Diesen Zuspruch, dass mit ihm 7.000 Israeliten treu bei Gott geblieben sind, hÀtte Elia nie bekommen, wenn er die schweren Emotionen nicht zugelassen hÀtte, die nach der Drohung Isebels in ihm aufkamen.

Diese Tatsache spreche ich auch dir zu: wenn du dich mit Gott deinen Emotionen stellst anstatt sie zu unterdrĂŒcken wirst du Gott in einer intimen und liebevollen Weise kennenlernen, wie es bei Schönwetter nicht möglich wĂ€re. Wenn du Jesus, der selbst alle emotionalen Höhen und Tiefen erlebt hat, in deine Emotionen einlĂ€dst, wird er sich deiner annehmen, und dir zum Durchbruch verhelfen.

Du: Zusammenfassung

Lass mich zusammenfassen:

Ich tue mich schwer mit Emotionen. Und da schließe ich von mir auf andere, wenigstens auf MĂ€nner und Deutsche. Wir lernen eher, Emotionen runterzuschlucken und rational zu handeln.

Jesu Umgang mit Petrus zeigt aber etwas anderes: Petrus kurzentschlossenes Handeln, seine vorschnellen Äußerungen, bringen ihn ein ums andere Mal in die höchsten Höhen und tiefsten Tiefen seiner Beziehung mit Jesus. Aber Jesus geht liebevoll auf ihn ein, holt ihn in seinen Emotionen ab und baut ihn so sehr auf, dass er der Fels wird, auf den Jesus seine Gemeinde baut.

Alles gipfelt in Jesu Aufforderung “Folge mir nach!”, die ebenso mir und dir gilt: du bist aufgefordert, Jesus nachzufolgen. Und wie bei Petrus wird das nicht ohne Frucht bleiben, sondern die Beziehung mit Jesus wird dich zu ihm hin verĂ€ndern, du wirst Gott in deinem Leben mĂ€chtig wirken sehen, und ganz nebenbei wirst du wie Jesus und die Frucht des Heiligen Geistes wĂ€chst in dir.

Bei Elia sehen wir, wie der große Prophet, der alles mit Gott erlebt hat, von der Drohung einer machtlosen Götzendienerin so nachhaltig eingeschĂŒchtert ist, dass er sich den Tod wĂŒnscht. Und wir sehen, wie Gott ihm in dieser Depression begegnet, ihn voller Liebe annimmt, mĂ€chtig an ihm vorbeizieht, und seine Angst schon zuvor siebentausendfach entkrĂ€ftet hat.

FĂŒr mich und dich nehme ich daraus mit, Gott in deine Emotionen einzuladen. Er will dir dort in einer Weise begegnen, die bei Schönwetter nicht möglich wĂ€re. Er will dir dort zum Durchbruch verhelfen, und dir zeigen, wie er alles von langer Hand geplant hat – viel besser als du es je fĂŒr möglich gehalten hĂ€ttest.

Bist du bereit, Gott deine schweren Emotionen hinzulegen? Bist du bereit, Jesus an dir arbeiten zu lassen? Wirst du Jesus nachfolgen?

Wenn Jesus Kommt

Predigt vom 24.12.19 in der EFG Ludwigshafen

Anhören auf efg-ludwigshafen.de

Heute ist Heilig Abend.

Ich will dich heute dahin mitnehmen, was Weihnachten eigentlich ist, dass diese Dinge nur eine Randerscheinung des grĂ¶ĂŸten Ereignisses der Menschheitsgeschichte sind. Am Ende verstehst du hoffentlich,

  1. dass Weihnachten der grĂ¶ĂŸte Hack in der Geschichte der Welt ist,
  2. dass Jesus genau fĂŒr dich in die Welt gekommen ist, und
  3. dass welche Freude freigesetzt wird, wenn Jesus in dein Leben kommt.

Weihnachten: Der große Hack

Wir sagen “euch ist heute der Heiland geboren, welcher ist Christus, der Herr, in der Stadt Davids” (Lk 2,11). Und nach zwei Semestern Theologiestudium oder einem ganzen Leben in der Gegenwart Gottes reicht dieser eine Satz, um zusammenzufassen, was an Weihnachten passiert. Aber da steckt eine ganze Bibel an Hintergrundwissen drin. Lass mich deshalb bei Adam und Eva beginnen – oder eigentlich: noch davor.

Bei Gott denken wir schnell an den “lieben Gott”, den alten Mann auf der Wolke, der immer mal tatterig hinter ein paar Sonnenstrahlen hervorlinst und die Welt sich vor sich hin drehen lĂ€sst. Wir könnten nicht falscher liegen. Ja, Gott ist die Liebe, das ist ein ihn stark definierender Charakterzug. Aber Gott ist auch heilig. Vor ihm können gewisse Dinge nicht bestehen, sie werden hinweggefegt, wenn sie vor ihn kommen. Dinge, wie Betrug, Fluch, GehĂ€ssigkeit, Blutvergießen, oder Stolz (Rö 2).

Es war Gottes Plan von Anfang an, dass jeder Mensch – du und ich – mit ihm Gemeinschaft haben. So hat Gott uns geschaffen, und er hat gesagt “es ist sehr gut” (1.Mo 1,31). Aber mit Adam und Eva, und ihrer Entscheidung, Gottes einzige Regel “Du darfst essen von allen BĂ€umen im Garten, aber von dem Baum der Erkenntnis des Guten und Bösen sollst du nicht essen;” (1.Mo 2,16b-17a) zu durchbrechen, ist die SĂŒnde in das Leben jedes Menschen gekommen – etwas, das vor Gott nicht bestehen kann, und durch das wir vor ihm hinweggefegt wĂŒrden.

Aus uns selbst heraus können wir diesen Zyklus nicht durchbrechen. Es braucht einen Mensch,

Erst dann können wir, wenn wir dieses Opfer fĂŒr uns in Anspruch nehmen, vor Gott treten, ohne dass wir mit aller SĂŒnde an uns vergehen, weil fĂŒr die SĂŒnde ja bezahlt worden ist, und wir wirklich davon befreit wurden.

Gott sei Dank (!) sehnt er sich mehr nach uns als wir nach ihm. Denn Gott hatte einen Plan, wie genau dieser Hack durchgezogen werden könnte: indem sein einziger Sohn, durch den Heiligen Geist mit einer Jungfrau gezeugt, als Mensch zur Welt kommt, all diesen Anforderungen genĂŒgt, und so ein fĂŒr alle Mal den ewigen Tod besiegt – einen Weg schafft, wie wir wirklich gerecht vor Gott treten können.

Mit Weihnachten ging der Plan in seine heiße Phase: Jesus ist dieser einzige Sohn, ist dieser einzige Weg aus dem Zyklus, in dem wir seit Adam und Eva stecken. Deswegen nennen wir ihn Heiland, Christus, Retter oder Messias. Heute feiern wir Gott dafĂŒr, dass er diesen Plan umgesetzt hat.

Jesus: kommt in dein Leben

Ihr habt den Herbergsvater in dem Video eben gesehen. Wie der arme Mann einfach nur schlafen wollte, und wieder und wieder und wieder geweckt wurde. Mit jedem Mal wĂŒtender lĂ€sst er die Dinge ĂŒber sich ergehen. Bis er dann loszieht, um dem nachtschwĂ€rmerischen Treiben in seinem Stall ein fĂŒr alle Mal ein Ende zu bereiten.

Und dann geschieht etwas wunderbares: der Mann hat eine Begegnung mit Jesus. Dem Jesus, den wir gerade als Retter aus dem ewigen SĂŒnden-Zyklus kennen gelernt haben. Der liegt da, frisch geboren, in einer Krippe in einem Stall – heute vielleicht in einem verbeulten Benzintank auf einem Schrottplatz, der notdĂŒrftig mit zerfetzten Autositz-Teilen gepolstert ist. Um ihn herum stehen

Aber inmitten dieser eigentĂŒmlichen UmstĂ€nde verĂ€ndert die Begegnung mit dem Sohn Gottes alles:

Diese Dinge geschehen nicht aus dem Herbergsvater selbst heraus. Sie geschehen aus der Begegnung mit Jesus, der als Sohn Gottes

Und damit sind wir im Heute. Ich darf dir sagen: Jesus kommt heute in die Àrmlichsten UmstÀnde, zu den kaputtesten Leuten, in diese verlorene Zeit. Er sehnt sich nach Gemeinschaft mit dir. Deswegen dieser ganze Plan mit Jungfrauengeburt, Versuchung, Standhaftigkeit, Opfer, Tod und Auferstehung. Jesus kommt heute und möchte Gemeinschaft mit dir.

Vielleicht kennst du Jesus schon, vielleicht lebst du schon Gemeinschaft mit ihm. Dann sage ich dir: da ist mehr drin! Beim Gott, der im Überfluss gibt (JoĂ«l 2,24), gibt es ganze Dimensionen eurer Gemeinschaft, die du noch nicht erkundet hast. Rede mit ihm darĂŒber. Bitte ihn, dir in ganz neuer Weise zu begegnen.

Und vielleicht kennst du Jesus noch nicht. Dann lĂ€dt er dich gerade heute, gerade an Weihnachten ein, an seine Krippe zu kommen, ihm als in Windeln gewickelten Retter zu begegnen, und endlich, endlich in Gemeinschaft mit Gott leben zu können – das, wozu du geschaffen bist, das wozu du berufen bist. Wenn du sagst “Dominik, ich möchte dieser Einladung nachkommen”, dann komm doch im Anschluss an den Gottesdienst zu mir nach vorne, ich möchte gern mit dir beten.

Jesus ist kommen, Grund ewiger Freude

Diese Erkenntnis, Jesus ist gekommen, um den ewigen SĂŒnden-Zyklus zu durchbrechen, und er tut es fĂŒr mich, ist umwerfend. Ich weiß, wir Deutsche haben’s nicht so mit feiern, wir gehen zum Lachen in den Keller, und gejubelt wird nur beim Fußball. Aber wenn irgendetwas, irgendetwas Freude in uns auslösen könnte, dann doch, dass wir einen Weg haben, aus dem ewigen Getrenntsein von Gott, weil wir vor ihm nicht bestehen können, in eine liebevolle Vater-Kind-Beziehung zu treten.

Der Herbergsvater, der von der Krippe zurĂŒck zur Herberge rennt, um alle GĂ€ste wach zu klingeln, handelt intuitiv: diese Nachricht ist so gut, jeder muss davon hören!

Vielleicht nehmt ihr euch heute, wenn euer Raclette, euer Braten oder euer Kartoffelsalat mit WĂŒrstchen leer ist und die Geschenke verteilt sind, eine TĂŒte PlĂ€tzchen und klingelt bei euren Nachbarn.

Lasst uns gemeinsam feiern. “Denn euch ist heute der Heiland geboren, welcher ist Christus, der Herr, in der Stadt Davids.” (Lk 2,11).

Jesus ist kommen, Grund ewiger Freude.

Frohe Weihnachten!

Wer auf Jesus wartet

Predigt vom 22.12.19 in der EFG Ludwigshafen

Anhören auf efg-ludwigshafen.de

Einstieg: Lukas 2,25-35 miterlebt

Wir begeben uns gleich gemeinsam in den Tempel in Jerusalem und werden Zuschauer einer Szene, die mich als Vater oder uns als Eltern wohl ziemlich nachhaltig prĂ€gen wĂŒrde.

Schaut, da vorne kommt eine junge Familie durch die TĂŒr. Die Beiden wirken Ă€rmlich, aber passend fĂŒr den Tempel gekleidet. Er trĂ€gt eine einfache, aber gepflegte hellbraune Tunika und einen dunkelbraunen Umhang. Sie hat ihren Umhang bis ĂŒber den Kopf gezogen, ist geradezu verschleiert. Und seht doch, das Kind unter ihrem Umhang: das ist ja noch keine zwei Wochen alt. Die Beiden scheinen angespannt. Ob heute wohl der große Tag ist, die “Brit Mila”, die Beschneidung des Jungen?

Aber, wer kommt denn da von der Seite? Ein alter Mann, schon etwas gebeugt, aber mit einem unglaublichen Leuchten in den Augen. Er geht direkt auf die Familie zu. Und was tut er jetzt? Er nimmt das Kind aus den HĂ€nden der Mutter, streicht ihm liebevoll ĂŒber den Arm, lĂ€chelt von einem Ohr bis zum anderen, und
 Jetzt wendet er sich mit dem Kind dem Allerheiligsten zu. Schnell, hören wir, was er sagt:

“Herr, nun kann dein Diener in Frieden sterben, denn du hast deine Zusage erfĂŒllt. Mit eigenen Augen habe ich das Heil gesehen, das du fĂŒr alle Völker bereitet hast – ein Licht, das die Nationen erleuchtet, und der Ruhm deines Volkes Israel.”

MerkwĂŒrdig. Die Eltern lassen ihn gewĂ€hren, scheinen nur etwas verwundert. Jetzt wendet sich der alte Mann ihnen wieder zu, reicht der Mutter das Kind, und legt den Eltern segnend die HĂ€nde auf den Kopf. Dann deutet er auf das Kind und spricht zur Mutter. Pssst.

“Er ist dazu bestimmt, dass viele in Israel an ihm zu Fall kommen und viele durch ihn aufgerichtet werden. Er wird ein Zeichen sein, dem widersprochen wird – so sehr, dass auch dir ein Schwert durch die Seele dringen wird. Aber dadurch wird bei vielen an den Tag kommen, was fĂŒr Gedanken in ihren Herzen sind.”

Ihr dĂŒrft gern Lukas 2 aufschlagen, da findet sich ab Vers 25, was wir gerade erlebt haben. Ja, da sind wir schon nach Weihnachten, aber darum soll es heute nicht gehen. Es soll heute um Warten gehen. Um Warten auf Jesus. Denn das ist gerade, vor Weihnachten, die Zeit: wir machen uns ganz besonders bewusst,

Ich möchte heute mit euch

Simeon: Warten mit dem heiligen Geist

Ich stehe nicht gern in Warteschlangen. Meine Zeit kann ich wirklich besser einsetzen, als zwei Stunden vor einer Achterbahn zu stehen, um dann mir dann fĂŒnf Minuten lang das Herz in die Hose rutschen zu lassen. Oder um zwei Tage vor einem Apple Store zu stehen, um der erste zu sein, der fĂŒr sein Handy mehr ausgegeben hat als ich fĂŒr mein erstes Auto. Selbst die fĂŒnf Minuten, die ich auf der Arbeit frĂŒher warten musste, um zu sehen ob das, was ich gebaut habe, funktioniert, haben mich so zur Weißglut getrieben, dass ich so lange optimiert habe, dass ich jetzt nur noch ein bis zwei Sekunden warten muss.

Und doch gibt es Dinge, fĂŒr die es sich zu warten lohnt:

In christlichen Kreisen ist auch immer eine gute Antwort: Jesus. Und in der Tat ist sie passender als wir vielleicht denken.

In Simeon, dem alten Mann aus der Geschichte eben, finden wir einen Lehrer dafĂŒr, was es heißt, auf Jesus zu warten:

Damals lebte in Jerusalem ein Mann namens Simeon; er war rechtschaffen, richtete sich nach Gottes Willen und wartete auf die Hilfe fĂŒr Israel. Der Heilige Geist ruhte auf ihm, und durch den Heiligen Geist war ihm auch gezeigt worden, dass er nicht sterben werde, bevor er den vom Herrn gesandten Messias gesehen habe. Vom Geist geleitet, war er an jenem Tag in den Tempel gekommen. (Lukas 2,25-27a)

Simeon ist rechtschaffen, richtet sich nach Gottes Willen und wartet auf
 die Hilfe fĂŒr Israel. Rechtschaffen sein, sich nach Gottes Willen richten, da kann man konkret etwas tun, konkrete Regeln befolgen. Aber “warten”?

Simeon weiß, worauf er wartet. Er kennt die alten Prophezeihungen. Die Psalmen, die sein Vater ihm am Sabbat vorgetragen hat, die er seinen Kindern und Enkeln immer wieder erzĂ€hlt hat, ganz wie es Tradition ist. Wir haben eben eine solche Prophezeihung gehört: Psalm 2, in dem Gott selbst von einem König spricht, seinem Sohn, und dass ihm die Könige der Welt dienen sollen.

FĂŒr Simeon sind diese Worte nicht bloß Tradition. FĂŒr ihn ist es

Hier ein kleiner Exkurs, weil wir das schnell ĂŒberlesen: wir befinden uns

wir befinden uns im Alten Bund. Hier ist der Heilige Geist nicht auf jeden GlĂ€ubigen ausgegossen und wirkt in uns, hier “ruht” der Heilige Geist fĂŒr eine bestimmte Zeit fĂŒr eine bestimmte Aufgabe auf Einzelpersonen. Angefangen bei Bezalel, dem Leiter der Handwerker der StiftshĂŒtte zur Zeit Moses (2.Mose 35,30f), ĂŒber Saul, der mit den Propheten weissagt (1.Samuel 10,10), zu David, der nach Ehebruch und Mord bittet “Verstoße mich nicht aus deiner Gegenwart und nimm deinen Heiligen Geist nicht von mir” (Psalm 51,13) – weil er genau das bei Saul, seinem VorgĂ€nger beobachtet hat (1.Samuel 15,23).

Wenn also hier der Heilige Geist auf Simeon ruht, und Simeon durch den Heiligen Geist gezeigt wurde, dass er “nicht sterben werde, bevor er den vom Herrn gesandten Messias gesehen habe”, und Simeon an diesem Tag “vom Geist geleitet” in den Tempel gekommen war, dann ist das etwas außergewöhnliches, erwĂ€hnenswertes, besonderes fĂŒr diese Zeit.

Umso mehr wir, auf denen der Heilige Geist nicht nur ruht, sondern in denen der Heilige Geist wohnt: wissen wir, worauf wir warten?

Warten wir darauf, dass der Vorweihnachtsstress, das Geschenke kaufen, PÀckchen packen, vor PlÀtchen platzen, endlich vorbei ist? Warten wir darauf, dass die dunklen, kalten Tage endlich vorbei sind und man wieder im Hellen auf die Arbeit und im Hellen wieder nach Hause kann?

Oder warten wir darauf, dass Jesus, der Sohn des allmĂ€chtigen Gottes, in unserem Leben, in unserem Umfeld, in unserer Stadt sichtbar wirkt? Dass “dein Reich komme, dein Wille geschehe, wie im Himmel so auf Erden”?

Jesus selbst macht uns Mut, GrĂ¶ĂŸeres zu erwarten:

Ich versichere euch: Wer an mich glaubt, wird die Dinge, die ich tue, auch tun; ja er wird sogar noch grĂ¶ĂŸere Dinge tun. Denn ich gehe zum Vater, und alles, worum ihr dann in meinem Namen bittet, werde ich tun, damit durch den Sohn die Herrlichkeit des Vaters offenbart wird. (Johannes 14,12-13)

Dies wĂ€re der Beginn fĂŒr eine eigene Predigtreihe, oder fĂŒr eine Themenreihe – unser Hauskreis macht gerade genau das: denn Jesus erklĂ€rt in den folgenden Versen noch deutlicher, warum wir diese grĂ¶ĂŸeren Dinge erwarten können:

Ich bin ganz ehrlich: ich habe noch keine grĂ¶ĂŸeren Dinge als Jesus getan. Ich habe höchstens mal Wein in Wasser verwandelt. Oder fĂŒnf Brote und zwei Fische gegessen. Im Ernst: ich zweifle regelmĂ€ĂŸig daran, ob ich irgendeinen sinnvollen Beitrag zum Reich Gottes leiste, und auf natĂŒrliche Weise nicht erklĂ€rbare Wunder, die ich selbst miterlebt habe, kann ich an einer Hand abzĂ€hlen.

Und doch steht es so im Wort Gottes, und deswegen will ich es glauben. Es heißt ja auch “Meine Kraft ist in den Schwachen mĂ€chtig” (2.Korinther 12,9) und “Ich glaube, hilf meinem Unglauben!” (Markus 9,24) – die Jahreslosung fĂŒr nĂ€chstes Jahr. Und “glauben” darf dann nicht nur heißen “ich denke schon, dass das stimmt, was da steht”, sondern es muss heißen “ich erwarte fest, dass das passiert, was da steht – auch wenn ich es im Moment nicht sehe und mir beim besten Wissen nicht vorstellen kann”.

Ähnlich muss es auch Simeon ergangen sein. Er hatte die Zusage des Heiligen Geistes, dass er noch den Messias sehen wird. Die vergleichbare Zusage fĂŒr uns heute wĂ€re wohl, dass Jesus wieder kommt bevor wir sterben. Das möchte ich gern glauben. Aber meinen Alltag lebe ich doch auch so, dass ich meinen Kindern in allem ein gutes Erbe weitergeben kann. Umso mehr bewegt mich dann Simeons Dankgebet, als Joseph und Maria mit Jesus in den Tempel kommen:

Als nun Jesu Eltern das Kind hereinbrachten, um mit ihm zu tun, was nach dem Gesetz ĂŒblich war, nahm Simeon das Kind in seine Arme, pries Gott und sagte: “Herr, nun kann dein Diener in Frieden sterben, denn du hast deine Zusage erfĂŒllt. Mit eigenen Augen habe ich das Heil gesehen, das du fĂŒr alle Völker bereitet hast – ein Licht, das die Nationen erleuchtet, und der Ruhm deines Volkes Israel.” (Lukas 2,27b-32)

Das Harren auf Rettung, das Warten auf den Messias, hat Simeon keine Ruhe gelassen. Erst jetzt, wo sich seine Prophezeihung erfĂŒllt hat, kann er in Frieden sterben. Er hat gesehen, dass Gott seine Zusage erfĂŒllt. Und: er ist sich schlagartig der weltgeschichtlichen Bedeutung dieser Erkenntnis bewusst: Es geht hier nicht (nur) um das Volk Israel, es geht um alle Völker. Jesus ist nicht (nur) das Heil des Volkes Israel, er ist das Heil aller Völker.

Damit ist Jesus auch unser Heil, auch dein ganz persönlicher Retter. Auch du könntest ohne ihn nicht vor Gott kommen, mĂŒsstest ohne ihn in Ewigkeit ohne deinen Schöpfer leben. Aber auch wenn du der einzige Mensch auf der Erde wĂ€rst: Jesus

Maria und Joseph: Gottes Wirken erkennen

An dem, wie Maria und Joseph auf Simeon und die ganze Situation reagieren, lĂ€sst sich etwas zweites, entscheidendes beobachten. Lasst uns das kurz ins Heute ĂŒbertragen:

Hanna und ich bringen unser neu geborenes Kind zur Kindersegnung in den Gottesdienst. (Ich habe kurz ĂŒberlegt, einen Insider-Witz ĂŒber Kindertaufe zu machen, aber da der bestimmt nicht bei allen richtig ankommen wĂŒrde lasse ich den lieber sein. Also: wir bringen unser Kind zur Kindersegnung.) Wie wir ins Gemeindehaus kommen, kommt ein alter Mann auf uns zu, den wir wohl nicht kennen und noch nie gesehen haben. Der Mann nimmt unseren Sohn, hĂ€lt ihn zum Kreuz, dankt Gott mit Worten, die weit ĂŒber alles hinaus gehen, was wir von Gott ĂŒber unseren Sohn gehört haben. SpĂ€ter prophezeiht er Hanna, dass wegen unserem Sohn ein Schwert durch ihre Seele dringen wird.

Und wir
 sind erstaunt?

Ich glaube, mein erster Gedanke wĂ€re, hier geistliche Verantwortung zu ergreifen, und dem Geschehen Einhalt zu gebieten. “Da könnte ja jeder kommen.” Gerade in unserer heutigen Zeit, wenn auch nur ein Hauch von Bedrohung des Wohles des Kindes aufkommt – immerhin nimmt dieser alte Mann einen wenige Tage alten SĂ€ugling seinen Eltern weg – ĂŒberwiegt doch letztlich das Misstrauen und ein “Better safe than sorry”, und ich weise Situationen von mir, meiner Familie und meinem Einflussbereich ab.

Aus dem Verhalten von Maria und Joseph will ich keine allgemeingĂŒltige Handlungsanweisung ableiten, dazu sind die UmstĂ€nde doch zu speziell und die jĂŒdische Kultur anders als unsere westlich-individualistische. Aber ich will zumindest folgenden Gedanken anregen:

Sind wir aufmerksam genug fĂŒr Gottes Reden, um es zu erkennen, wenn es vor unseren Augen geschieht?

Maria und Joseph sind das wohl. Sie sind auch erstaunt. Aber im Tempel, in der Gegenwart Gottes, sind sie bereit, sich auf den fremden alten Mann mit den vor Freude leuchtenden Augen einzulassen. Sie sind bereit, ihm Gehör zu schenken, ihn nicht abzuweisen.

Ich wĂŒnsche mir, dass unser Haus, diese Gemeinde, ein Ort der Gegenwart Gottes wird:

Nicht blind, es heißt ja “PrĂŒft aber alles und das Gute behaltet” (1.Thessalonicher 5,21), aber auch nicht weltlich-verĂ€ngstigt.

Er redet heute noch (Johannes 16,13), in Wegen, die wir kennen, und in Wegen, die wir nicht kennen (Apostelgeschichte 2,2f). Es ist ein lebenslanges Kennenlernen, ein sensibel werden fĂŒr die Persönlichkeit Gottes, fĂŒr sein Herz.

Ich erlebe Gottes Reden oft durch die Bibel, besonders, wenn ich sie mit einer konkreten Fragestellung aufschlage. Das zieht sich gern ĂŒber Wochen: ĂŒber das letzte Jahr hat mich oft die Frage nach meiner Berufung und meinem Platz in der Gemeinde umgetrieben. Im Gebet habe ich oft etwas gesagt wie “Vater, bitte zeig mir, was dein Plan fĂŒr mich in der Gemeinde ist.” Dann hatte ich den Impuls, das Buch Josua zu lesen – jeden Morgen ein Kapitel, wie es meine Art ist – und Tag fĂŒr Tag hat Gott mir neue Schnipsel seines Plans aufgedeckt. Immer wieder kleine Puzzleteile, die ich mir notiert habe, um sie nicht gleich wieder zu vergessen. Nach einigen Wochen war das Bild klar. Jetzt halte ich mich an dieser Zeit fest, wann immer ich ins GrĂŒbeln und Zweifeln komme. Gerade da kommen mir meine Notizen zu Gute.

Ich erlebe Gottes Reden aber oft auch dadurch, dass ich im Gebet – oder auch einfach so – an Eigenschaften Gottes, an seine Taten, an seine Zusagen erinnert werde. Neulich saß ich beim Mittagessen in der Kantine, und mit einem Mal war ich geradezu ĂŒbermannt von Gottes Liebe fĂŒr jeden einzelnen, der da saß und sein Mittagessen in sich hinein schaufelte. Ich habe angefangen, still fĂŒr die Menschen zu beten. Mir war in dem Moment klar, dass das das ist, was ich tun soll. Mehr ist da nicht passiert, aber ich glaube daran und freue mich darauf, dass Gott in dieser Richtung – seinen Blick auf die Menschen um mich herum zu bekommen – mit mir weiterarbeiten wird.

Zuletzt erlebe ich Gottes Reden aber auch durch andere Menschen – durch euch. Und es ist mir ein Herzensanliegen, dass wir darin wachsen und uns darin ĂŒben, uns das weiterzugeben, was Gott uns sagt. Dabei

Jesus: FĂ€llen und Aufrichten, Gedanken ans Tageslicht bringen

Simeon segnete sie und sagte zu Maria, der Mutter Jesu: “Er ist dazu bestimmt, dass viele in Israel an ihm zu Fall kommen und viele durch ihn aufgerichtet werden. Er wird ein Zeichen sein, dem widersprochen wird – so sehr, dass auch dir ein Schwert durch die Seele dringen wird. Aber dadurch wird bei vielen an den Tag kommen, was fĂŒr Gedanken in ihren Herzen sind.” (Lukas 2,34-35)

Simeon prophezeiht ĂŒber den gerade acht Tage alten Jesus – er spricht Gottes Wahrheit laut aus, die der Heilige Geist ihm gezeigt hat. Dabei verschont er Maria nicht von dem, was er gehört hat. NĂ€mlich:

Er ist dazu bestimmt, dass viele in Israel an ihm zu Fall kommen

Es werden die in Israel – und darĂŒber hinaus – zu Fall kommen, die in ihrem Stolz aus eigener Kraft gerecht werden wollen. Die sagen “Ich bin ein guter Mensch, was soll Gott schon gegen mich haben, schau doch, ich zahle meine Kirchensteuer und gebe Geld ans Rote Kreuz. Also, wenn Gott mich nicht in den Himmel kommen lĂ€sst, dann ist er ungerecht!” Die dabei aber nicht verstehen, dass sie aus eigener Kraft die ewige Trennung von Gott, die seit Adam und Eva besteht, nie nie nie aufheben können.

und viele durch ihn aufgerichtet werden.

Die aber, die genau das erkennen: “aus eigener Kraft kann ich die Trennung nicht aufheben, ich bin ein sĂŒndiger Mensch der einzig Jesu Gnade bedarf”, die werden durch ihn aufgerichtet werden. Jesus hat diesen Weg frei gemacht, der uns aus eigener Kraft immer verwehrt bleibt. Wir mĂŒssen einzig und allein anerkennen, dass wir aus eigener Kraft nicht gerecht werden können, und das Opfer, das Jesus mit seinem Tod am Kreuz gebracht hat, fĂŒr uns in Anspruch nehmen. Dann gilt uns auch seine Auferstehung, sein Sieg ĂŒber den ewigen Tod.

Er wird ein Zeichen sein, dem widersprochen wird

Der Name “Jesus” polarisiert. Er ist der einzige Weg zum Vater (Johannes 14,6), damit fĂŒhren alle anderen Religionen und Weltanschauungen ins Nichts. Wir hatten hier vor einigen Jahren eine Straßenevangelisation unter den Kindern im Hemshof. Die haben super toll gespielt, hatten großen Spaß, waren voll bei der Sache. Mittags hat ein Evangelist fĂŒr eine Stunde von Jesus und seinem Angebot gesprochen. In dem Moment, als der Name “Jesus” das erste Mal fiel, ist eine ganz Reihe muslimischer Jungs aufgestanden und hat die Veranstaltung verlassen. So schade das war, hat es doch gezeigt, wie “Jesus” auch heute noch polarisiert und ihm widersprochen wird.

so sehr, dass auch dir (Maria) ein Schwert durch die Seele dringen wird.

Simeon prophezeiht Maria hier schon die dunkelste Stunde, die auf eine Mutter lauern kann: dass sie weinend unter dem Kreuz stehen wird, an dem ihr Sohn, ihr Erstgeborener, der, der ihr ewiger Herrscher ĂŒber Israel verheißen war (Lukas 1,32f), stirbt. Doch selbst in dieser Zeit greift Jesus mit tiefer Liebe fĂŒr seine Mutter ein und weist seinen JĂŒnger Johannes an, an seiner Stelle als Sohn fĂŒr seine Mutter zu sorgen (Johannes 19,27f).

Aber dadurch wird bei vielen an den Tag kommen, was fĂŒr Gedanken in ihren Herzen sind.

Die Gedanken im Herzen sind fĂŒr Gott ebenso entscheidend, wenn nicht sogar wichtiger, als die Taten eines Menschen. In 1. Timotheus 5 heißt es

Bei manchen Menschen liegt es offen zutage, dass sie sĂŒndigen; ihre Verfehlungen laufen ihnen gewissermaßen voraus und sind schon vor dem Tag bekannt, an dem Gott Gericht hĂ€lt. Bei anderen kommen sie erst durch das Gericht ans Licht. Dasselbe trifft auch auf die guten Taten zu: Manche sind schon jetzt fĂŒr alle sichtbar, und auch die, bei denen es sich anders verhĂ€lt, können nicht fĂŒr immer verborgen bleiben. (1.Timotheus 5,24-25)

Bei Gott zĂ€hlt nicht der Schein. Alles wird ans Licht kommen, frĂŒher oder spĂ€ter. Das kann großen Mut machen: die UnterdrĂŒckung, die du erlebst, das unfaire Verhalten, das du ertragen musst, aber auch die Guten Taten, die du vollbringst, ohne dass jemand sie sieht, werden gesehen. Gott sieht sie.

Wenn dir der Gedanke eher Angst bereitet möchte ich dich ermutigen: Gott ist kein böser Schulmeister, der mit erhobenem Zeigefinger dasteht und nur darauf wartet, dir einen Fehler nachweisen zu können. Er ist ein liebender Vater, der seinem Kind – dir – helfen will, so zu leben, dass ihr Beziehung haben könnt. Der beĂ€ngstigende Unterton, den du zu verspĂŒren glaubst, ist ein leises Tippen von Gottes Heiligem Geist, der sagt “Hier, Dominik, schau mal: da mĂŒssen wir dran arbeiten, dann kannst du noch eher das machen, wozu du geschaffen bist: Gemeinschaft mit Gott, deinem Vater haben.” Und er hat dir andere Kinder Gottes zur Seite gestellt, die alle mindestens so viel auf dem Kerbholz haben wie du. Gemeinsam kommt ihr aus dem, wo du gerade drin steckst, raus. Ich möchte dich ermutigen, dir heute einen Freund zur Seite zu nehmen und zu sagen “Ich habe da ein Problem von dem ich alleine nicht los komme. Kannst du mir helfen?” Lass dir Mut machen: als Betrunkener, LĂŒgner, Mörder, Prostituierte, JĂ€hzorniger, Dieb, Zyniker, Ehebrecher, 
 bist du in bester Gesellschaft der Personen in der Bibel, die fĂŒr uns alle Glaubensvorbilder sind.

(siehe www.kleiber.li/Glaube/Ausreden)

Fazit

Ich wollte heute drei Dinge deutlich machen und als Anregung weitergeben:

  1. Wisse, worauf du wartest. Wie Simeon. Und lass dir nicht einreden, das wĂŒrde nicht passieren, nur weil deine Erfahrung sagt, dass du so etwas noch nie erlebt hast.
  2. Lerne, auf Gottes Stimme zu hören. Komm ihm nahe, werde sensibel fĂŒr sein Reden. Hab Mut, sein Reden in der Gemeinde weiterzugeben. Und andersherum: hab Mut, alles zu PrĂŒfen und nur das Gute zu behalten.
  3. Jesus ist heute relevanter als je zuvor. Im großen Weltgeschehen, aber erst recht in deinem persönlichen Leben. Klopf dein Leben ab: wo versuchst du, selbst zum Ziel zu kommen? Bring diese Punkte zu Jesus und bitte ihn, die FĂŒhrung zu ĂŒbernehmen. “Treu ist er, der euch ruft; er wird’s auch tun.” (1.Thessalonicher 5,24)

Warum steht ihr nicht auf? Ich möchte fĂŒr euch beten.

Ältesten-/Diakonenamt und Einflussnahme der Urgemeinde

Bibelarbeit vom 3.12.19 fĂŒr die Gemeindeleitungssitzung der EFG Ludwigshafen

Zwei der Hausaufgaben-Fragen von JĂŒrgen haben eher den Charakter einer Bibelarbeit: “Wie hat christliche Gemeinde frĂŒher Einfluss auf die Menschen gehabt?” und “Aufgaben und Verantwortung von Ältesten und Diakonen”. Diesen beiden Fragen möchte ich mich mit der heutigen Andacht widmen. SpĂ€ter werden wir gemeinsam auf JĂŒrgens Fragen zur Bestandsaufnahme und zur Vision eingehen.

In einer Viertelstunde kann ich die Fragen definitiv nicht umfassend beantworten. Aber ich hoffe ich kann einen Eindruck von der damaligen Zeit, den damaligen Gegebenheiten und den daraus fĂŒr uns folgenden Anregungen schaffen.

Aufgaben und Verantwortung von Ältesten und Diakonen

ZunĂ€chst möchte ich auf Aufgaben und Verantwortungen von Ältesten und Diakonen eingehen.

Diakone tauchen zum ersten Mal in Apostelgeschichte 6 auf, also weit nach Kreuzigung, Himmelfahrt, Pfingsten, und auch mehrfachem machtvollem Wirken und einigen Anfechtungen der zwölf JĂŒnger:

Apg 6,2-6 (NGU): Da beriefen die Zwölf eine Versammlung aller JĂŒnger ein und erklĂ€rten: “Es wĂ€re nicht gut, wenn wir Apostel uns persönlich um den Dienst der Verteilung der Lebensmittel kĂŒmmern mĂŒssten und darĂŒber die VerkĂŒndigung von Gottes Botschaft vernachlĂ€ssigen wĂŒrden. Seht euch daher, liebe Geschwister, in eurer Mitte nach sieben MĂ€nnern um, die einen guten Ruf haben, mit dem Heiligen Geist erfĂŒllt sind und von Gott Weisheit und Einsicht bekommen haben. Ihnen wollen wir diese Aufgabe ĂŒbertragen. Wir selbst aber werden uns weiterhin ganz auf das Gebet und den Dienst der VerkĂŒndigung des Evangeliums konzentrieren.” Dieser Vorschlag fand allgemeine Zustimmung, und die Gemeinde wĂ€hlte folgende sieben MĂ€nner aus: Stephanus, einen Mann von festem Glauben und erfĂŒllt vom Heiligen Geist, Philippus, Prochorus, Nikanor, Timon, Parmenas und Nikolaus, einen Nichtjuden aus Antiochia, der zum Judentum ĂŒbergetreten war. Man ließ sie vor die Apostel treten, und die Apostel beteten fĂŒr sie und legten ihnen die HĂ€nde auf.

Hier sehen wir, was die Zwölf als ihre Aufgabe ansehen: das Gebet und den Dienst der VerkĂŒndigung des Evangeliums.

Gleichzeitig erwarten sie von den Diakonen einen guten Ruf, ErfĂŒllt-sein mit dem Heiligen Geist, und Gottes Weisheit und Einsicht. Interessant ist auch, dass alle sieben Griechen waren. Sie spiegeln damit die griechischen Witwen, fĂŒr deren Versorgung sie sorgen sollen, besonders wider. Und die der Sieben, von denen mehr berichtet wird, stechen mehr hervor als viele andere: Stephanus erregt noch im selben Kapitel durch die Wunder, die er vollbringt, so viel Unwillen, dass er gefangen genommen, und nach einer umfassenden Verteidigungsrede im nĂ€chsten Kapitel, unter den Augen von Saulus, gesteinigt wird. Philippus evangelisiert auf der Flucht Samarien, tauft im Vorbeiflug den Ă€thiopischen Finanzminister, und evangelisiert nahtlos weiter.

In 1. Timotheus 3 und in Titus 1 werden Anforderungen an Älteste/Bischöfe/Aufseher und Diakone/Diener formuliert. Eine tabellarische Auflistung hat es bis in den Kommentar zu unserer Gemeindeordnung geschafft. Im Großen Ganzen gelten fĂŒr Älteste und Diakone Ă€hnliche Anforderungen, fĂŒr Älteste sind sie jedoch hĂ€ufig strenger – so sollen z.B. Diakone “nicht ĂŒbermĂ€ĂŸig viel Wein trinken” (1.Tim 3,8), Älteste aber “nicht alkoholsĂŒchtig sein” (1.Tim 3,3).

Beide Ämter sind mit “VergĂŒtung” verknĂŒpft: “Diakone, die ihr Amt gut ausĂŒben, erwerben sich hohes Ansehen und können im Vertrauen auf Jesus Christus mit besonderer Zuversicht auftreten” (1.Tim 3,13). Und “Älteste, die ihre Verantwortung fĂŒr die Gemeinde so wahrnehmen, wie es sein soll, haben nicht nur Anerkennung verdient, sondern auch einen entsprechenden Lohn, besonders dann, wenn sie eine VerkĂŒndigungs- und LehrtĂ€tigkeit ausĂŒben.” (1.Tim 5,17).

Die Ältesten von Ephesus fordert Paulus auf, auf sich selbst, und auf die ganze Herde, die Gemeinde Gottes, zu achten; fĂŒr sie als gute Hirten zu sorgen (Apg 20,28). Bei all den zeitlichen Anforderungen betrachtet, die wir an das Ältestenamt knĂŒpfen – wenn man jeweils die in der Gemeindeordnung angesetzte Minimal-Zeit durchlebt muss man wenigstens drei Jahre Gemeindemitglied sein, um zum Ältesten gewĂ€hlt zu werden – dann erscheint es geradezu unbiblisch, dass Paulus nur drei Monate in Ephesus war (Apg 19,8), sich dort Menschen zu Christus bekehrten, und dass Paulus Menschen, die keine drei Monate glĂ€ubig sein konnten, zu Ältesten macht. Paulus ist noch weitere Male in Ephesus (1.Kor 11,16) und sendet seinen besten Mitarbeiter, Timotheus, dorthin, wohl auch um die Gemeindeleitung “zu sortieren” (1.Tim 1,3). Paulus handelt also viel schneller als wir, fungiert gleichzeitig aber auch als eine Art ĂŒbergemeindliches Korrektiv – etwas, das uns eigenstĂ€ndigen, basisdemokratischen Baptisten allzu sehr abhanden gekommen ist.

Interessant sind zuletzt die Verwendungen der griechischen Worte fĂŒr Diakon und Ältester: “Diakonos”, unser “Diakon”, verwendet Jesus mehrfach, und es wird gemeinhin mit “Diener” ĂŒbersetzt: “Der GrĂ¶ĂŸte unter euch soll euer Diener sein.” (MT 23,11). Genauso ist “Diakonos” aber auch die Regierung: “Die Regierung ist Gottes Dienerin, und du sollst durch sie gutes empfangen.” (Römer 12,4a). “Presbyteros”, unser “Ältester”, sind mal die AnfĂŒhrer der Juden (MT 27,3), mal die Älteren (Apg 2,17/Joel 3,1, 1.Tim 5,1), mal werden sie neben den Aposteln der Jerusalemer Gemeinde explizit genannt (Apg 15,23), aber nie werden sie gewĂ€hlt. Es scheint eher so zu sein, dass sie von einem GemeindegrĂŒnder/Apostel eingesetzt werden (Titus 1,5), oder, was der orientalischen Kultur entsprechen wĂŒrde: dass schlicht alte weise Menschen naturgemĂ€ĂŸ AutoritĂ€t und Verantwortung besaßen. Ähnlich beobachten wir das auch in unserer Gemeinde: wenn Hans-Erhard, Wilfried, Thomas oder Andreas etwas sagen, hat das Gewicht – unabhĂ€ngig von Amt und Titel. Das jedoch eher als Gedankenanstoß.

Zusammenfassend lĂ€sst sich ĂŒber Apostel und Diakone also sagen,

Einflussnahme der Urgemeinde

Bleibt zu klĂ€ren, wie die Christliche Gemeinde frĂŒher Einfluss auf die Menschen gehabt hat.

In den Sendschreiben in der Offenbarung werden die Gemeinden beschrieben

Hier zeigt sich, dass wohl nicht alle Gemeinden gleich waren. Ein erster wichtiger Schritt scheint also, eine Bestandsaufnahme – wie wir sie heute machen wollen – darĂŒber zu tun, wo und wie sich die Gemeinde befindet. Ich möchte lieber zur armen (aber eigentlich reichen) Gemeinde von Smyrna gehören als zur reichen (aber eigentlich armen) Gemeinde von Laodizea. Aber es gab Gemeinden wie die in Thyatria, die als hilfsbereit – eine der wenigen nach außen gerichteten Eigenschaften – charakterisiert werden.

Auch in den Grußworten der Briefe findet man Hinweise darauf, wie die Gemeinden nach außen hin wahrgenommen wurden:

Auch hier sind die Gemeinden unterschiedlich, und doch meine ich, darin Eigenschaften wiederzuerkennen: lebendiger Glaube, unermĂŒdliche Liebe, Hoffnung auf Jesus/das Evangelium. Was den Charme hĂ€tte, mit 1. Korinther 13 ĂŒbereinzustimmen:

  1. Korinther 13,13 Was fĂŒr immer bleibt, sind Glaube, Hoffnung, Liebe, diese drei. Aber am grĂ¶ĂŸten von ihnen ist die Liebe.

Damit mĂŒssten wir uns fragen:

Das sind herausfordernde Fragen, auf die ich keine – erst recht keine befriedigende Antwort – habe. Aber sie beschĂ€ftigen mich. Und insgeheim hoffe ich, dass sie mich und uns im innersten so tief erschĂŒttern, dass wir betend Buße tun vor unserem Gott und ihn instĂ€ndig um Erweckung in unserer Stadt anflehen. Am Ende ist Erweckung das, wonach ich mich fĂŒr Ludwigshafen sehne, und diese erschĂŒtterte Erkenntnis von der eigenen UnzulĂ€nglichkeit – die sich in der ganzen Tiefe nicht selbst herbeifĂŒhren lĂ€sst, sondern von Gott geschenkt wird – gepaart mit dem beharrlichen Flehen vor Gott, scheint ein SchlĂŒssel dazu zu sein. Ein Beispiel ist die Erweckung auf Lewis Island 1949:

Two old women, one of them 84 years of age and the other 82-one of them stone blind, were greatly burdened because of the appalling state of their own parish. It was true that not a single young person attended public worship. Not a single young man or young woman went to the church. They spent their day perhaps reading or walking but the church was left out of the picture. And those two women were greatly concerned and they made it a special matter of prayer.

Mir ist klar, dass sich allein mit diesem Wunsch nach Erweckung keine Gemeinde bauen lĂ€sst. Aber ĂŒber alles Vision erarbeiten, Ziele formulieren, Aufgabenbereiche abstecken und Projekte organisieren, dĂŒrfen wir nicht vergessen, dass eine Begegnung mit Gott die Menschen mehr und nachhaltiger verĂ€ndern wird, als unsere PlĂ€ne – so geistgeleitet, gabenorientiert und mit bestem Gewissen sie auch sind – das je könnten.

Gebet in göttlicher AutoritÀt

Predigt vom 29.9.19 in der EFG Ludwigshafen

Anhören auf efg-ludwigshafen.de

Zusammenfassung

Ich möchte heute mit euch herleiten, dass wir durch Jesus Christus eine neue Schöpfung sind, die endlich der ursprĂŒnglichen Bestimmung der Menschheit – göttliche AutoritĂ€t ĂŒber die Schöpfung ausĂŒben – nachkommen kann. Ich möchte euch zeigen, wie diese Erkenntnis unser Leben, und insbesondere unser Gebetsleben verĂ€ndert: wir sind nicht lĂ€nger Bittsteller, bleiben nicht in einer Position des Bittens stecken, sondern sind mit göttlicher AutoritĂ€t ausgestattet, seinen Willen zu erkennen, ihn schöpferisch auszusprechen, und in seiner AutoritĂ€t auszuĂŒben. Und wir beten, bis wir seinen Willen Wirklichkeit werden sehen.

Die göttliche AutoritÀt ist wiederhergestellt

Heute gab es keine Schriftlesung, denn wir werden im Laufe der Predigt einen Flug durch die ganze Bibel erleben, von 1. Mose bis Offenbarung. Ich möchte mit euch mittendrin einsteigen bei der Lösung der Frage “Wer hat hier eigentlich was zu sagen?”.

Der Teufel fĂŒhrte ihn an eine hochgelegene Stelle, zeigte ihm in einem einzigen Augenblick alle Reiche der Erde und sagte: “Alle diese Macht und Herrlichkeit will ich dir geben. Denn mir ist das alles ĂŒbergeben, ​und ich gebe es, wem ich will.” (LK 4,5-6)

Wer hat dem Teufel alle diese Macht und Herrlichkeit ĂŒbergeben?

Schauen wir mal an Anfang nach.

Im ersten Schöpfungsbericht, ganz zu Beginn der Bibel, wird erzÀhlt, wie Gott die Welt erschuf. Am Ende, als krönenden Abschluss erschafft Gott die Menschen:

Da sprach Gott: “Wir wollen Menschen schaffen nach unserem Bild, die uns Ă€hnlich sind. Sie sollen ĂŒber die Fische im Meer, die Vögel am Himmel, ĂŒber alles Vieh, die wilden Tiere und ĂŒber alle Kriechtiere herrschen.” So schuf Gott die Menschen nach seinem Bild, nach dem Bild Gottes schuf er sie, als Mann und Frau schuf er sie. Und Gott segnete sie und gab ihnen den Auftrag: “Seid fruchtbar und vermehrt euch, bevölkert die Erde und ​nehmt sie in Besitz.​ Herrscht ĂŒber die Fische im Meer, die Vögel in der Luft und ĂŒber alle Tiere auf der Erde.” (1.Mo 1,26-28)

Die Menschheit hatte in der Schöpfung die Herrschaft ĂŒber die Erde bekommen. So hatte Gott sich das gedacht. Wir Menschen sollen die Erde in Besitz nehmen und ĂŒber alle Tiere herrschen. Wie haben wir diese Herrschaft abgegeben?

DafĂŒr mĂŒssen wir nicht weit blĂ€ttern. Im zweiten Schöpfungsbericht wird erzĂ€hlt, wie Adam und Eva im Garten Eden Gemeinschaft mit Gott haben. Sie dĂŒrfen alles tun außer vom Baum der Erkenntnis zu essen. Doch der Teufel in Form einer Schlange setzt ihnen einen unerhörten Gedanken in die Köpfe.

“Ihr werdet nicht sterben!” , zischte die Schlange. “Gott weiß, dass eure Augen geöffnet werden, wenn ihr davon esst. Ihr werdet sein wie Gott und das Gute vom Bösen unterscheiden können.” Die Frau sah: Die FrĂŒchte waren so frisch, lecker und verlockend - und sie wĂŒrden klug machen! Also nahm sie eine Frucht, biss hinein und gab auch ihrem Mann davon. ​Da aß auch er von der Frucht​.(1.Mo 3,4-6)

Hier geschehen gleich mehrere dramatische Ereignisse. Adam und Eva sind Gott nicht gehorsam. Aber noch viel schlimmer: durch den Gehorsam dem Teufel gegenĂŒber ĂŒbergeben Adam und Eva ihre AutoritĂ€t ĂŒber die Erde an den Teufel. Zu sagen “also wenn ich Adam gewesen wĂ€re, hĂ€tte ich nicht von der Frucht gegessen” ist vorschnell geurteilt – wie oft versuchen wir, Probleme eigenmĂ€chtig zu lösen, uns selbst ein Urteil zu bilden, aus Furcht statt aus Hoffnung zu handeln?

Umso interessanter ist, was Jesus bei seiner letzten Begegnung mit den JĂŒngern sagt:

Jesus trat auf sie zu und sagte: “Mir ist alle Macht im Himmel ​und auf der Erde​ gegeben. Darum geht zu allen Völkern und macht die Menschen zu meinen JĂŒngern; tauft sie auf den Namen des Vaters, des Sohnes und des Heiligen Geistes und lehrt sie, alles zu befolgen, was ich euch geboten habe. Und seid gewiss: Ich bin jeden Tag bei euch, bis zum Ende der Welt.” (MT 28,18-20)

Dass Jesus alle Macht im Himmel gegeben ist, ist nichts neues. Aber ihm ist nun, nach Kreuzigung und Auferstehung, auch alle Macht auf der Erde gegeben.

Er hat die SchlĂŒssel zurĂŒckgeholt. Was heißt das nun fĂŒr uns, und warum?

Vielmehr wissen wir: Wenn jemand zu Christus gehört, ist er eine neue Schöpfung. Das Alte ist vergangen; etwas ganz Neues hat begonnen! (2.Kor 5,17)

Wir sind eine neue Schöpfung, etwas nie dagewesenes. Du stammst nicht lĂ€nger vom ersten Adam ab, sondern von Jesus, dem zweiten Adam. Paulus schreibt darĂŒber im Römerbrief, Kapitel 5 – sehr lesenswert.

Du bist ein Mini-Jesus. Wenn du einen Raum betrittst kommt Jesus in Herrlichkeit, wie in der Offenbarung beschrieben, hinein:

Da sah ich sieben goldene Leuchter und mitten unter den Leuchtern jemand, der aussah wie der Menschensohn. Er war mit einem Gewand bekleidet, das ihm bis an die FĂŒĂŸe reichte, und trug ein breites goldenes Band um die Brust. Das Haar auf seinem Kopf war weiß wie schneeweiße Wolle, und seine Augen glichen lodernden Flammen. Seine FĂŒĂŸe glĂ€nzten wie Golderz, das im Schmelzofen glĂŒht, und seine Stimme klang wie das Tosen einer mĂ€chtigen Brandung. In seiner rechten Hand hielt er sieben Sterne, und aus seinem Mund kam ein scharfes, beidseitig geschliffenes Schwert. Sein Gesicht leuchtete wie die Sonne in ihrem vollen Glanz. (Offb 1,12b-16)

Diese Herrlichkeit strahlt aus dir. Weil du eine neue Schöpfung bist. Ein Mini-Jesus.

Wir können jetzt zum ersten Mal unserer ursprĂŒnglichen Berufung, AutoritĂ€t ĂŒber die Schöpfung zu haben, nachkommen. Aber was ist das besondere an unserer neuen Schöpfung?

Der mehrdimensionale Christ

Ich kenne einen Menschen, der zu Christus gehört, und der – es ist jetzt vierzehn Jahre her – bis in den dritten Himmel versetzt wurde. Ob er dabei in seinem Körper war, weiß ich nicht; ob er außerhalb seines Körpers war, weiß ich genauso wenig; Gott allein weiß es. Auf jeden Fall weiß ich, dass der Betreffende ins Paradies versetzt wurde (ob in seinem Körper oder ohne seinen Körper, weiß ich – wie gesagt – nicht; nur Gott weiß es) und dass er dort geheimnisvolle Worte hörte, Worte, die auszusprechen einem Menschen nicht zusteht. (2.Kor 12,2-4)

Es gibt einen dritten Himmel, die direkte Gegenwart Gottes, das Paradies. Wenn es einen dritten Himmel gibt, macht es Sinn, auch einen ersten und zweiten Himmel zu vermuten: der erste Himmel ist die sichtbare Welt, die Schöpfung. Der zweite Himmel die unsichtbare Welt, in der ein permanenter geistlicher Kampf stattfindet:

Denn unser Kampf richtet sich nicht gegen Wesen von Fleisch und Blut, sondern gegen die MĂ€chte und Gewalten der Finsternis, die ĂŒber die Erde herrschen, gegen das Heer der Geister in der unsichtbaren Welt, die hinter allem Bösen stehen. (Eph 6,12)

Wir sind ausgestattet mit göttlicher AutoritĂ€t, ausgerĂŒstet aus dem dritten Himmel. Unser Auftrag ist, diesen dritten Himmel zum ersten, zu den Menschen zu bringen. Dabei erleben wir jedoch den permanenten geistlichen Kampf im zweiten Himmel.

Der Teufel kÀmpft im zweiten Himmel gegen die Ausbreitung des Reichs Gottes. Er hasst Ehebrecher. Der Teufel hasst auch Mörder. Er hasst selbst Satanisten. Er hasst auch Buddhisten, Moslems, Juden und Christen. Er ist der Feind aller Menschen.

Wir mĂŒssen aufpassen, dass wir unsere göttliche AutoritĂ€t im Kampf im zweiten Himmel und nicht gegen Menschen im ersten Himmel einsetzen. Sonst wird der Feind unseres Feindes unser Freund, der Teufel. Wir mĂŒssen uns im Klaren darĂŒber sein, dass wir die uns gegebene AutoritĂ€t im Kampf gegen den Teufel, fĂŒr die Ausbreitung des Reiches Gottes einsetzen mĂŒssen. Dann werden wir zu den Architekten göttlicher Kultur, zu denen wir berufen sind.

Als neue Schöpfung durch Christus leben wir mehrdimensional: im ersten Himmel, der Schöpfung, im zweiten Himmel, dem Schlachtfeld, und im dritten Himmel, bei unserem Vater. Welches ist unsere “Standard-Dimension”?

Prophetisches Gebet

Welche Auswirkungen hat das auf unser Gebetsleben?

Eines Tages stieg Jesus mit seinen JĂŒngern ins Boot und sagte zu ihnen: “Wir wollen ĂŒber den See ans andere Ufer fahren!” WĂ€hrend der Fahrt schlief Jesus ein. Plötzlich brach auf dem See ein schwerer Sturm los; das Boot fĂŒllte sich mit Wasser, und sie waren in großer Gefahr. Die JĂŒnger stĂŒrzten zu Jesus und weckten ihn. “Meister, Meister”, schrien sie, “wir sind verloren!” Jesus stand auf und wies den Wind und die Wellen in ihre Schranken. Da legte sich der Sturm und es wurde ganz still. “Wo bleibt euer Glaube?”, fragte Jesus seine JĂŒnger. Sie aber sagten voll Furcht und Staunen zueinander: “Wer ist nur dieser Mann? Er befiehlt sogar dem Wind und dem Wasser, und sie gehorchen ihm.” (LK 8,22-25)

Jesus hat den Willen Gottes ausgesprochen “Wir wollen ĂŒber den See ans andere Ufer fahren!”, prophetisch im wahrsten Sinn – Gottes Willen aussprechen. Die JĂŒnger folgen dieser Prophetie. Dabei treffen sie auf lebensgefĂ€hrliche Probleme. Als sie Jesus wecken und er die Probleme weg schafft, fragt er “Wo bleibt euer Glaube?” – “Ihr kennt meinen Willen. Ihr habt die AutoritĂ€t, ihn auszufĂŒllen. Wo bleibt euer Glaube daran?”

Das verÀndert mein Herangehen an Gebet:

ich bitte darum, den Willen Gottes zu erkennen. Dies kann durch Bibelverse, Visionen, Prophetien, Bilder, Eingebungen oder vieles andere geschehen. Wenn mir der Wille Gottes deutlich geworden ist will ich darauf vertrauen, dass ich als neue Schöpfung die AutoritĂ€t habe, ihn auszufĂŒhren. Ich spreche jetzt den Willen Gottes prophetisch aus.

Ich sage euch: Wenn jemand zu diesem Berg hier sagt “Heb dich empor und stĂŒrz dich ins Meer!” und wenn er dabei in seinem Herzen nicht zweifelt, sondern glaubt, dass das, was er sagt, geschieht, wird es eintreffen. (MK 11,23)

Es ist ein schöpferischer Akt, den Willen Gottes prophetisch auszusprechen.

Jesus sagt nicht “Wenn jemand Gott darum bittet, dass dieser Berg sich empor hebe und sich ins Meer stĂŒrze...”, sondern beschreibt ein direktes Aussprechen.

Damit bleibe ich nicht beim Gebet stehen, sondern handle nach Gottes Willen und in der AutoritĂ€t, die er fĂŒr mich gewonnen hat.

Und ich werde sensibel fĂŒr Gottes Reden, um seinen Willen zu erkennen. Dinge, die mich ĂŒber die Maßen aufregen, Dinge, die mich immer wieder stark bewegen, sind oft ein Hinweis darauf, dass Gott genau diese Dinge dadurch lösen will, dass er mir die AutoritĂ€t dazu gegeben hat. Jetzt liegt es bei mir, aus dieser AutoritĂ€t zu handeln.

Ein Beispiel:

Vor ein paar Wochen gab es Folien zur Predigt von Daniel Köpke, aber die konnten nicht angezeigt werden. Ich saß in der ersten Reihe und betete, dass Gott dieses Problem lösen möge. Mit diesem Gedanken im Kopf wurde mir klar, dass ich die AutoritĂ€t habe, das Problem zu lösen, und dass es sich nicht – “Puff” – von allein löst. Also bin ich nach hinten, und konnte das Problem in der Tat lösen: die Folien waren lediglich als PowerPoint-Folien und nicht als PDF verfĂŒgbar und Apple KeyNote konnte die Folien nicht öffnen und zur PDF exportieren; ich habe die Folien mit Google Docs geöffnet und zur PDF exportiert, und die konnten dann angezeigt werden. Ich hatte also Gottes Willen in meiner Bitte erkannt, meine AutoritĂ€t ĂŒber das Problem entdeckt, und dann entsprechend Gottes Willen gehandelt.

Ausdauerndes Gebet

Ein letzter Punkt: Jesus lehrt uns, wie wir beten sollen. Nicht nur durch das “Vater Unser”, sondern auch durch Gleichnisse. Und im Gleichnis von der bittenden Witwe und dem ungerechten Richter wird ein Aspekt besonders deutlich: wir sollen durchhalten, nicht auffhören.

Jesus wollte seinen JĂŒngern zeigen, dass sie unablĂ€ssig beten sollten, ohne sich entmutigen zu lassen. Deshalb erzĂ€hlte er ihnen folgendes Gleichnis: “In einer Stadt lebte ein Richter, der nicht nach Gott fragte und auf keinen Menschen RĂŒcksicht nahm. In der gleichen Stadt lebte auch eine Witwe. Sie kam immer wieder zu dem Richter und bat ihn: ‘Verhilf mir in der Auseinandersetzung mit meinem Gegner zu meinem Recht!’ Lange Zeit wollte der Richter nicht darauf eingehen, doch dann sagte er sich: ‘Ich fĂŒrchte Gott zwar nicht, und was die Menschen denken, ist mir gleichgĂŒltig; aber diese Witwe wird mir so lĂ€stig, dass ich ihr zu ihrem Recht verhelfen will. Sonst bringt sie mich mit ihrem stĂ€ndigen Kommen noch zur Verzweiflung.’” Der Herr fuhr fort: “Habt ihr darauf geachtet, was dieser Richter sagt, dem es ĂŒberhaupt nicht um Gerechtigkeit geht? Sollte da Gott nicht erst recht dafĂŒr sorgen, dass seine AuserwĂ€hlten, die Tag und Nacht zu ihm rufen, zu ihrem Recht kommen? Und wird er sie etwa warten lassen? Ich sage euch: Er wird dafĂŒr sorgen, dass sie schnell zu ihrem Recht kommen. Aber wird der Menschensohn, wenn er kommt, auf der Erde solch einen Glauben finden?” (LK 18,1-8)

Markus hat kĂŒrzlich ĂŒber diese Stelle gepredigt. Und in der Tat ist hier die Anleitung enthalten, wiejedes Gebet erhört wird: nicht aufhören, immer weiter beten. “Jedes Gebet” ist natĂŒrlich etwas plakativ, Gott erhört Gebete, die seinem Willen entsprechen – aber sein Wille fĂŒr uns, seine neue Schöpfung, ist gut.

Freilich gibt es “spontane Gebetserhörungen”, und ich wĂŒnsche sie jedem von uns. Aber gerade diese spontanen Gebetserhörungen brauchen oft lange Vorbereitung im Gebet. Ich hatte eine sehr persönliche “spontane Gebetserhörung” dieser Art: als Jugendlicher, und zu Beginn unserer Ehe, hatte ich große Probleme mit Pornographie und Selbstbefriedigung. Habe mit Gott und meiner Frau darĂŒber gesprochen, und irgendwann – von einem Tag auf den anderen – war ich davon befreit, und bin es nun seit ĂŒber fĂŒnf Jahren. Aber dieser spontanen Befreiung gingen zehn Jahre “nicht erhörtes” Gebet und stĂ€ndiger RĂŒckfall voran. Hier zeigt sich, dass im Gebet vor allem eins zĂ€hlt: Ausdauer und BestĂ€ndiger Glaube.

Fazit

Es ist also so:

Gott hatte die AutoritĂ€t ĂŒber die Schöpfung den Menschen zugedacht, doch Adam und Eva haben sie dem Teufel ĂŒbergeben. Durch Kreuz und Auferstehung hat Jesus die AutoritĂ€t zurĂŒckgewonnen, und uns zu einer neuen Schöpfung gemacht, die jetzt zum ersten Mal ihrer ursprĂŒnglichen Berufung nachkommen kann: göttliche AutoritĂ€t ĂŒber die Schöpfung ausĂŒben.

Das verÀndert unser Leben, insbesondere unser Gebetsleben: wir bitten darum, Gottes Willen zu erkennen, sprechen diesen Willen dann schöpferisch aus, und handeln seinem Willen entsprechend in der uns von ihm gegebenen AutoritÀt.

Und wir hören nicht auf zu beten, bis etwas passiert.

Praktisches Gebet

Eine Anregung fĂŒr nĂ€chste Woche: gibt es Bereiche in deinem Leben, die dich â€œĂŒberdurchschnittlich” bewegen? Rede mit Gott darĂŒber, bitte darum, Gottes Willen in Bibelversen, Prophetien und Visionen fĂŒr diese Bereiche zu erkennen. Und ĂŒberlege, wie du in göttlicher AutoritĂ€t handeln kannst, um in diesen Bereichen das Reich Gottes sichtbar werden zu lassen.

Wenn du sagst "Dominik, das alles trifft auf mich nicht zu, ich gehöre nicht zu Jesus, aber ich will den Raum nicht verlassen ohne das zu Ă€ndern" lade ich dich ein, wĂ€hrend dem nĂ€chsten Lied zu mir nach vorne zu kommen. Wir können ĂŒber das sprechen, was dir noch unklar ist, und werden gemeinsam beten. Euch andere lade ich ein, das Lied in dem Bewusstsein zu singen, dass der Himmel der Ort ist, aus dem wir leben. Der Ort, an dem wir nicht zu Gott sondern mit Gott beten. Der Ort, wo wir Gottes Willen klar vor Augen bekommen, um ihn dann hier in der sichtbaren Welt auszusprechen und Teil seiner ErfĂŒllung zu sein.